Cablecom will von 16:00 bis 24:00 bremsen

Auszug aus den geänderten besonderen Bestimmungen (PDF) vom Februar 2006 (Kapitel 6, Fair Use):

Der Kunde darf durch die Nutzung seiner Internetanknüpfung andere Nutzer nicht beeinträchtigen, hindern oder einschränken. Insbesondere während den Spitzenzeiten zwischen 16 und 24 Uhr darf der Kunde das IP-Netz durch das andauernde Ausschöpfen seiner maximalen Übertragungskapazität (excessive usage) für die Peer-to-Peer Nutzung, das Betreiben von Gameservern, den Download von Foren usw. nicht in einer Weise belasten, welche die Performance anderer Kunden beeinträchtigen würde.

Heisst das nun, dass die Cablecom-Infrastruktur in Zukunft den Anforderungen nicht mehr gewachsen sein wird und man juristisch vorsorgen möchte? Auf der Breitband-Produktseite jedenfalls wird suggeriert, dass das Cablecom-Netzwerk der ADSL-Technologie überlegen sei, weil die Kabel “dicker” seien:

Kurz gesagt, läuft unser Internet-Traffic über ein spezielles Netzwerk. Im Gegensatz zu den von ADSL-Anbietern genutzten dünnen Telefonleitungen setzt cablecom dieselben dicken Kabel wie für die Übertragung der TV-Signale ein, um enorme Datenmengen aus dem Internet bereitzustellen.

Update 2006-01-21

Matthias Mahr von macprime.ch hat bei Cablecom nachgefragt und folgende Antwort erhalten:

Er versicherte uns als erstes, dass diese Regelung nur bei Kunden in Kraft tritt, die ständig die Maximalen-Limiten voll ausnutzen. Das heisst z.B. bei Kunden die nonstop per Peer-to-Peer Daten runter- und hochladen sowie bei Kunden die einen sehr gut besuchten Home- oder Gameserver betreiben. Aber auch wenn dies zutrifft, heisst es immer noch nicht, dass wirklich eine künstliche Drosselung seitens Cablecom während den genannten Spitzenzeiten durchgeführt wird. Wie der Hotline-Mitarbeiter weiter erklärte, kommt es auch auf die Anzahl Hispeed Abonnenten pro «Knoten» an. Dies ist folgendermassen zu verstehen: Jedes grösseres Mehrfamilienhaus ist an einem «Knoten» angeschlossen, der dann verbunden ist mit Quartier- oder Dorfzentralen. Wenn dieser Knoten nun überlastet ist und darunter Nutzer sind, die das Netz ständig exzessiv nutzen, wird denen, um die anderen Kunden nicht zu beeinträchtigen, die Geschwindigkeit gedrosselt. Weiter betonte der Mitarbeiter, dass ein solcher Knoten mindestens 3 Kunden mit einer 6000/600 Leitung (dem aktuellen Top-Angebot von Cablecom) ohne Probleme verträgt sowie noch weitere Benutzer mit kleineren Bandbreiten.

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2 Responses to Cablecom will von 16:00 bis 24:00 bremsen

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  2. Beverly says:

    Insbesondere während den Spitzenzeiten zwischen 16 und 24 Uhr darf der Kunde das IP-Netz durch das andauernde Ausschöpfen seiner maximalen Übertragungskapazität (excessive usage) für die Peer-to-Peer Nutzung, das Betreiben von Gameservern, den Download von Foren usw. nicht in einer Weise belasten, welche die Performance anderer Kunden beeinträchtigen würde.

    Wie darf man denn das verstehen? Wen meint den seiner? Ist das “meine” vertraglich zugesicherte Übertragungskapazität? Odem dem Netz seine Kapazität? Im Falle eins würde das ja bedeuten. Cablecom sichert mir vertraglich vereinbarte Hispeedraten zu – solange ich nicht so unverschämt bin, die vollumfänglich zu nutzen. Sollten ich das dann doch tun, müsste mir automatisch Kapazität gestrichen werden. – Was’n das für ne Produktlogik?